16-19 September 2019
Paderborn University, Germany
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Registration is open!

LehrerInnenTag (Workshops for Teachers)

Vielfalt begegnen - vielfältig gestalten

Wann? 17.09.2019 von 8.00 - 16.00 Uhr

Wo? Universität Paderborn

Wir laden Sie herzlich zum LehrerInnenTag im Rahmen der dritten internationalen Tagung zur Forschung und Entwicklung von Mathematikschulbüchern (ICMT3) am 17.09.2019 von 8.00 - 16.00 Uhr an die Universität Paderborn ein.
Das Programm umfasst zwei Hauptvorträge und Workshops von renommierten Autorinnen und Autoren einschlägiger mathematischer Unterrichtswerke für alle Schulstufen zu praxisrelevanten Themen. Im Zentrum stehen Angebote rund um das Thema „Vielfalt begegnen - vielfältig gestalten", die an der Arbeit mit Mathematikschulbüchern aufgezeigt und konkretisiert werden. 

 

 

 

Programmüberblick

Zeit

Zielgruppe Primarstufe

Zielgruppe Sekundarstufe I

Zielgruppe Sekundarstufe II

7.45 – 8.15 Uhr Anmeldung
8.15 Uhr Begrüßung durch Prof. Dr. Sebastian Rezat

 

9.00 – 10.30 Uhr

 

Dr. Thomas Rottmann (Vortrag)

Universität Bielefeld, Beratungsstelle für Kinder mit Rechenschwierigkeiten

Rechenschwäche in der Grundschule – Möglichkeiten der Diagnose und individuellen Förderung

Prof. Dr. Daniela Götze (Vortrag)

Technische Universität Dortmund

Sprachsensibler Mathematikunterricht – Notwendig oder überflüssig?

Prof. Dr. Rudolf vom Hofe (Workshop)

Universität Bielefeld

Entwicklung von Grundvorstellungen in heterogenen Lerngruppen – am Beispiel von Mathematik heute

Dr. Hauke Friedrich (Workshop)

Universität Paderborn

Das empirische Gesetz der großen Zahlen – dynamisch-anschaulich

10.30  - 11.00 Uhr Kaffeepause

 

11.00 – 12.30 Uhr

 

Prof. Dr. Marcus Nührenbörger (Vortrag)

TU Dortmund

Verschiedene Kinder – verschiedene Rechenwege.
Zur individuellen Entwicklung tragfähiger Rechenstrategien

Dr. Claudia Lack (Vortrag)

Lehrkräfteakademie des Landes Hessen

Fährt ein Rhombus eigentlich immer nur nach Rom?
Sprache im Mathematikunterricht der Grundschule: Rolle, Herausforderungen, Möglichkeiten des Schulbuchs

Prof. Dr. Susanne Prediger (Workshop)

Technische Universität Dortmund

Sprachlicher Vielfalt begegnen: Wie geht das mit dem Schulbuch?

StD Henning Körner (Workshop)

Studienseminar Oldenburg

Mathematik in der Sek2 – verstehens- und prozessorientiert

12.30  - 13.30 Uhr Mittagspause

 

13.30 - 15.00 Uhr

 

Prof. Dr. Uta Häsel-Weide (Hauptvortrag)

Universität Paderborn

Gemeinsam Mathematik lernen – mit allen Kindern rechnen

Prof. Dr. Bärbel Barzel (Hauptvortrag)

Universität Duisburg-Essen

Wie kann ein Schulbuch bei aktuellen Herausforderungen wie Differenzierung unterstützen?

 

15.15 – 16.00 Uhr

 

 

Jürgen Henke (Round Table)

GGS Josefschule Lippstadt

TBA

Christian Michalke, Christof Kleine, Julian Kremer und Katharina Mionso (Round Table)

Gymnasium Nepomuceum Rietberg

Tablets als „Werkzeugkasten“ für den Mathematikunterricht

 


Detaillierterer Programmüberblick

Prof. Dr. Bärbel Barzel (Hauptvortrag)

"Wie kann ein Schulbuch bei aktuellen Herausforderungen wie Differenzierung unterstützen?"

Schülerinnen und Schüler bringen eine Vielfalt an Voraussetzungen und Vorlieben mit, die für das Lernen von Mathematik relevant sind. Diesen wird man nicht gerecht, wenn Differenzierung alleine über den Schwierigkeitsgrad von Rechnungen durch größere Zahlen oder kompliziertere Terme geschieht. Neben den jeweiligen sprachlichen Voraussetzungen sind es auch individuelle Denkstile, verschiedene Präferenzen bei Zugangsweisen, Lösungswegen, Darstellungen und unterschiedliche Haltungen zur Mathematik, die die einzelnen Schülerinnen und Schüler in ihrer Individualität prägen. Im Vortrag geht es um Ideen, wie ein Schulbuch bei der Herausforderung unterstützen kann, dieser weit gedachten Differenzierung gerecht zu werden. Viele der Ideen wurden im Rahmen des Projektes KOSIMA entwickelt und im Schulbuch „Mathewerkstatt“ konkretisiert. Dabei stehen vier Leitfiguren im Mittelpunkt, die mit ihren unterschiedlichen mathematischen Denkstilen und Vorlieben Identifikationspotenzial für Lernende bieten. Die dahinter liegende Theorie, Beispiele und Ergebnisse erster Studien werden präsentiert und diskutiert.

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Dr. Hauke Friedrich (Workshop)

Das empirische Gesetz der großen Zahlen – dynamisch-anschaulich

Das empirische Gesetz der großen Zahlen kann eine wesentliche Grundlage für den Aufbau einer tragfähigen Vorstellung des Wahrscheinlichkeitsbegriffs sein.

In vielen Schulbüchern wird es durch Trajektorien visualisiert, einem Diagramm, das etwa beim wiederholten Münzwurf die Entwicklung der relativen Häufigkeit für „Kopf“ in Abhängigkeit der durchgeführten Würfe darstellt.

In der Regel schwanken die relativen Häufigkeiten zunächst stark, um sich mit steigender Versuchszahl tendenziell bei der dem Zufallsversuch zugrundeliegenden Wahrscheinlichkeit zu stabilisieren. Zu einer adäquaten Vorstellung gehört aber auch, dass es Ausnahmen von dieser Regel gibt. Entsprechend ist es sinnvoll, nicht nur eine Trajektorie, sondern mehrere zu betrachten. Um den Aufbau des Diagramms überhaupt zu verstehen, kann darüber hinaus die Schritt-für-Schritt-Entwicklung der Trajektorie hilfreich sein. Somit liegt auf der Hand, dass eine Ergänzung des Schulbuchs durch ein digitales Werkzeug nützlich ist.

In dem Workshop können die TeilnehmerInnen lernen, wie man Trajektorien mit Hilfe von GeoGebra erstellt und im Unterricht nutzen kann. Alle Interessierten werden gebeten, einen Laptop mit GeoGebra (optimal: „Geogebra 5 Classic“; „GeoGebra 6 Classic“ geht auch, birgt aber Probleme) mitzubringen.

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Prof. Dr. Daniela Götze (Vortrag)

Sprachsensibler Mathematikunterricht – Notwendig oder überflüssig?

Viele Grundschulkinder haben Schwierigkeiten, elementare mathematische Inhalte zu verstehen. Die Ursachen hierfür können durchaus sprachbedingt sein. Damit ist nicht in erster Linie gemeint, dass die Kinder an den vermeintlich anspruchsvollen mathematischen Kompetenzen des Beschreibens und Begründens scheitern. Vielmehr ist damit gemeint, dass viele Kinder (sprachliche) Schwierigkeiten haben, das Rechnen zu lernen und Zusammenhänge zwischen Aufgaben zu erkennen und zu nutzen, weil sie genau diese Zusammenhänge nicht erfasst haben. Das mag daran liegen, dass ein Fachwort wie „plus“ oder auch „mal“ für die Kinder zunächst bedeutungsleer ist. Im Vortrag (mit Aktivitätsphasen) wird anhand der Einführung und Behandlung der Multiplikation gezeigt, wie Sprache dazu beitragen kann, das Einmaleins zu verstehen und nicht nur auswendig zu lernen. Die Strukturen der Multiplikation dürfen nicht zur Geheimsprache unter den Kindern werden. Es wird zudem exemplarisch gezeigt, welche sprachstützenden Funktionen das Schulbuch in diesem Lernprozess einnehmen kann. Die Ideen werden auf andere elementare Inhalte ausblicksartig übertragen.

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Prof. Dr. Uta Häsel-Weide (Hauptvortrag)

Gemeinsam Mathematik lernen – mit allen Kindern rechnen

Die Gestaltung des Gemeinsamen Lernens aller Kinder erfordert Lernumgebungen, die Lernen auf unterschiedlichen Niveaus, aber auch Austausch und Kooperation miteinander möglich machen. Lehrkräften hilft eine grundsätzliche Offenheit gegenüber den vielfältigen Ideen und Vorstellungen der Kinder, eine gute Kooperation miteinander und die Lust den eigenen Unterricht weiterzuentwickeln.

Im Vortrag wird vorgestellt, wie zu einer mathematischen Idee gemeinsame Lernsituationen, fokussierte Förderaufgaben und individuelle Vertiefungen gestaltet werden können. Dabei wird an Beispielen aufgezeigt, mit welchen Vorgehensweisen und Lösungsideen in einem von Heterogenität geprägten Unterricht zu rechnen ist. Ein diagnosegeleiteter Blick auf die Lernprozesse hilft dabei, Kompetenzen und Hürden zu erkennen sowie theoriebasiert die nächsten Schritte des inklusiven Mathematikunterrichts zu planen.

 

Jürgen Henke (Round Table)

TBA

TBA

 

StD Henning Körner (Workshop)

Mathematik in der Sek2 – verstehens- und prozessorientiert

Im Workshop wird dargestellt und erfahrbar gemacht, wie Verstehensorientierung und konstitutive Berücksichtigung von Prozessen in der Sek2 im Unterricht gelingen können.

Den inhaltlichen Schwerpunkt und roten Faden bildet die Analysis. Es wird ein Konzept vorgestellt, das vielfältige altersgerechte Schüleraktivitäten ebenso ermöglicht als auch in intellektuell redlicher Art und Weise die Schwierigkeiten der Begriffsbildungen nicht unter den Teppich kehrt.  Anwendungen, Anschaulichkeit und Berücksichtigung von Intuitionen, aber auch Reflexionen über Fehlvorstellungen und Begriffsbildungen stehen im Zentrum.

Weitere Aspekte:

1. Wie kann das Potential digitaler Werkzeuge produktiv genutzt werden bei gleichzeitig breiter Verfügbarkeit von Grundwissen und basalen Grundfertigkeiten in Kalkülen?

2. Wie kann Heterogenität der Lerngruppen berücksichtigt werden?

3. Welche konzeptionellen Unterschiede gibt es in Leistungs- und Grundkursen?

4. Wie gelingen „Modellieren“ und „Argumentieren“?

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Dr. Claudia Lack (Vortrag)

Fährt ein Rhombus eigentlich immer nur nach Rom?

Sprache im Mathematikunterricht der Grundschule: Rolle, Herausforderungen, Möglichkeiten des Schulbuchs

Im Mathematikunterricht hat Sprache mehrere bedeutsame Funktionen. Grundlegend kann man sie als den Schlüssel zur Mathematik beschreiben. Mit ihrer Hilfe können wir nachfragen, erklären, verschiedene Vorgehensweisen diskutieren und dadurch nicht zuletzt Mathematik verstehen. Dies manifestiert sich u.a. in den allgemeinen mathematischen Kompetenzen (z. B. Kommunizieren, Argumentieren).

Darüber hinaus spielt Sprachkompetenz auch in den Inhaltsbereichen des Mathematikunterrichts eine besondere Rolle, beispielsweise beim Sachrechnen. Texte müssen verstanden und in die Sprache der Mathematik „übersetzt“ werden, erst dann kann der eigentliche Lösungsprozess beginnen.

Nicht zuletzt gilt es, die mathematische Fachsprache kennenzulernen und angemessen anwenden zu können. Dies ist für viele Kinder nicht leicht, insbesondere wenn ihnen die deutsche Bildungssprache noch nicht vertraut ist.

Wie können wir erfolgreiche Lernwege gestalten und sukzessive Kompetenzen aufbauen? Wo liegen Hürden und durch welche Interventionen können wir Kindern über diese Hürden helfen? Im Vortrag wird zunächst diesen Fragestellungen nachgegangen und an verschiedenen Beispielen praktisch aufgezeigt, welche sprachlichen Herausforderungen unser Mathematikunterricht häufig bereithält – zuweilen sind wir uns dessen gar nicht bewusst. Dann wird an vielen konkreten Beispielen aufgezeigt, welche Möglichkeiten durch die entsprechende Konzeption eines Schulbuchs bestehen, um Kinder systematisch in diesem Lernprozess zu unterstützen.

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Christian Michalke, Christof Kleine, Julian Kremer und Katharina Mionso (Round Table)

Tablets als „Werkzeugkasten“ für den Mathematikunterricht

Das Gymnasium Nepomucenum in Rietberg weist seit dem Schuljahr 2013/14 durch Tablet-Klassen ab der Jgst. 7 und den flächendeckenden Einsatz von Tablets (BYOD) in der gymnasialen Oberstufe, die im Mathematikunterricht u.a. den GTR ersetzen, eine breite Expertise für Chancen und Grenzen von Digitalisierung im Mathematikunterricht auf.

In einem Round-Table sollen die Erfahrungen kurz vorgestellt und durch Unterrichtsbeispiele auf Grundlage des SAMR-Modells erläutert und diskutiert werden. Darüber hinaus sollen auch folgende Fragen diskutiert werden:

  • Welche Chancen und Grenzen bieten der Einsatz von Tablets im Mathematikunterricht? Gibt es Unterschiede zwischen inhaltsbezogenen und prozessbezogenen Kompetenzen?
  • Welche Rolle spielt das Schulbuch im Tablet-basierten Mathematikunterricht bzw. wie sollte ein Schulbuch für einen Tablet-gestützten Unterricht aufgebaut sein?     

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Prof. Dr. Marcus Nührenbörger (Vortrag)

Verschiedene Kinder – verschiedene Rechenwege.
Zur individuellen Entwicklung tragfähiger Rechenstrategien

In einem modernen Mathematikunterricht sollen die Kinder bekanntlich Rechenstrategien auf eigenen Wegen entwickeln. Die Rechenwege dürfen und sollen sich auch zwischen Kindern unterscheiden. Allerdings darf hierbei Individualität nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden, denn die Rechenwege der Kinder müssen mathematisch tragfähig sein, um die Nachhaltigkeit des Mathematiklernens zu sichern. Hierzu ist es wichtig, inhaltsbezogene Kompetenzen mit den prozessbezogenen Kompetenzen zu verschränken.

Im Vortrag wird exemplarisch aufgezeigt, wie im Unterricht mit Hilfe des Schulbuchs „Das Zahlenbuch“ diese Spanne zwischen individueller Kreativität und regulärer Norm produktiv für die Entwicklung flexiblen Rechnens genutzt werden kann.

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Prof. Dr. Susanne Prediger (Workshop)

Sprachlicher Vielfalt begegnen: Wie geht das mit dem Schulbuch?

Sprachbildender Mathematikunterricht will nicht nur Sprache reduzieren, sondern Lernende immer wieder zu reichhaltiger Sprache herausfordern und ihre Sprachkompetenz dadurch ausbauen. Der Workshop zeigt an Beispielen zur Schulbucharbeit, wie das möglich ist.

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Dr. Thomas Rottmann (Vortrag)

Universität Bielefeld, Beratungsstelle für Kinder mit Rechenschwierigkeiten

Rechenschwäche in der Grundschule – Möglichkeiten der Diagnose und individuellen Förderung

An den Mathematikunterricht der Grundschule wird zunehmend der Anspruch auf individuelle Förderung gestellt. Gerade für rechenschwache Schülerinnen und Schüler fehlen jedoch nicht selten geeignete Konzepte, wie eine solche Förderung konkret umgesetzt werden kann. In besonderer Weise gilt dies auch für die Arbeit mit Kindern, die im inklusiven Unterricht zieldifferent in einer Grundschulklasse unterrichtet werden.

Im Vortrag werden Möglichkeiten der Diagnose aufgezeigt sowie praxisbewährte Ansätze für Prävention und individuelle Förderung – anhand von Beispielen aus der Welt der Zahl sowie der Arbeit der Beratungsstelle für Kinder mit Rechenschwierigkeiten an der Universität Bielefeld – vorgestellt. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Entwicklung von sinnvollen Rechenstrategien für die Addition und Subtraktion gelegt.

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Prof. Dr. Rudolf vom Hofe (Workshop)

Entwicklung von Grundvorstellungen in heterogenen Lerngruppen – am Beispiel von Mathematik heute

Der Mathematikunterricht in Gesamtschulen, Realschulen und Sekundarschulen trifft auf immer neue Herausforderungen: Die Heterogenität innerhalb der Schülerschaft wird größer, neben fachlichem Lernen wird auch soziales Lernen immer wichtiger. Ebenso werden Angebote zur Sprachunterstützung erforderlich, damit die Entwicklung mathe­matischer Kompetenzen nicht an sprachlichen Problemen scheitert.

Hinzu kommt der Anspruch auf eine nachhaltige mathematische Kompetenz­entwick­lung, die nicht nur das Basisniveau fördert, sondern auch eine solide Grundlage für den erfolgreichen Übergang zu weiterführenden Schulen vermittelt. Der Schlüssel hierzu liegt in der Ausbildung tragfähiger mathematischer Grund­vorstellungen, die für verständnisvolles mathematisches Arbeiten – sowohl auf elementarem als auch auf fortgeschrittenem Niveau – unverzichtbar sind.

Hierin liegt gerade zu Beginn der Sekundarstufe I eine anspruchsvolle Aufgabe: In vielen Fällen müssen Defizite aus der Grundschule, die das weitere Lernen erschweren, behoben werden. Darüber hinaus müssen neue Grundvorstellun­gen aufgebaut werden, die für das Verständnis neuer Lerninhalte, wie z. B. der Bruchrechnung, erforderlich sind. Wie dies in heterogenen Lerngruppen gelingen kann, wird am Beispiel des Lehrwerks Mathematik heute aufgezeigt.  

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